Die Musik der Natur

Wie Vögel singen

Blaumeise (parus caerulus)Um Gesang zu erzeugen, brauchen Lebewesen Stimmbänder, Puste und Köpfchen. Wie bei anderen stimmbegabten Tieren funktioniert auch die Vogelstimme als „Interface“ zwischen verschiedenen Steuerungszentren im Gehirn und den anderen Organen zur Lauterzeugung.

Doch Vögel strapazieren selbst mit den kompliziertesten Arien nicht ihren Kehlkopf, sondern singen gewissermaßen aus dem Bauch. Die teils erhebliche Lautstärke der Töne, die so winzige Federbällchen wie der Zaunkönig zustande bringen, mag vor dem Hintergrund ihrer Körpergröße erstaunen. Dafür und ebenso für die verblüffend schnelle, scheinbar pausenlose Aufeinanderfolge von Lauten und ihre unglaublich präzise zeitliche Koordination sind Vögel von der Natur einzigartig ausgestattet.

Geier sind die einzige Ausnahme. Alle anderen Vögel besitzen ein spezielles Organ zum Singen namens Syrinx. Es ist nach der Nymphe benannt, derer sich der Gott Pan nicht anders bemächtigen konnte, als sie in eine Bambuspflanze zu verwandeln, und aus ihren Stängeln eine mehrstimmige Flöte zusammenzubinden: die Panflöte!

Der Name des Organs verweist auf seine vollkommen einzigartige Leistungsfähigkeit: Der Syrinx der Vögel besteht aus zwei getrennt voneinander kontrollierbaren Membranpaaren. Diese Membranen können gleichzeitig in unterschiedliche Schwingungen versetzt werden, und die Vögel können so quasi ganz allein zweistimmig singen.

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