NABU: Feldvögel werden europaweit immer seltener

"Während es heute manch seltener Vogelart durch gezielte
Schutzmaßnahmen wieder besser geht, haben ehemals häufige Feldvögel
seit 1980 um durchschnittlich 50 Prozent abgenommen. So schlecht wie
auf Feldern und Wiesen haben sich die Vogelbestände nirgendwo
entwickelt", bilanzierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Alarmierend sei der Rückgang bei Feldlerche, Grauammer und Rebhuhn.
In den westlichen Mitgliedsländern der EU sind die Einbußen stärker
als in östlichen Ländern, die der Europäischen Gemeinschaft erst 2004
bzw. 2007 beigetreten sind. Experten führen diesen Unterschied auf
die schon seit längerem viel höhere Intensität der
Landbewirtschaftung im Westen der EU zurück.
Nach Auffassung des NABU kann die fortschreitende Verarmung der
Kulturlandschaft nur gestoppt werden, wenn europäische
Agrarförderungen konsequenter und wirksamer mit ökologischen
Standards verknüpft werden. "In Zukunft sollten nur noch diejenigen
Landwirte Subventionen erhalten, die konkrete ökologische Leistungen
erbringen", betonte Miller. Hierzu gehöre der Verzicht auf
Grünlandumbruch sowie die Bereitstellung von zehn Prozent
ökologischer Vorrangflächen wie Hecken oder Buntbrachen.
Die jetzt veröffentlichten Indikatoren sind Ergebnisse einer
jährlichen Auswertung europäischer Vogeldaten durch das in Prag
ansässige Pan-European Common Bird Monitoring Scheme (PECBMS). Die
von BirdLife International und der europäischen Zentrale für das
Monitoring von Vögeln herausgegebene Studie fasst Millionen von
Beobachtungsdaten zusammen, die Ornithologen im Rahmen von
Bestandserfassungen erhoben haben. In Deutschland beteiligen sich
auch Vogelkundler aus den Reihen des NABU an den regelmäßigen
"Kartierungen" der Vögel.
Im Internet zu finden unter www.NABU.de und www.birdlife.org


