Schwarzer Krächzer mit Redetalent
Der Kolkrabe (Corvus corax)
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Rabenvögel, zu denen auch die Krähen, Häher, Dohlen und Elstern zählen, sind in mehr als einer Hinsicht höchst gelehrig. Akrobatische Flugmanöver eignen sie sich spielend an und Werkzeuganwendungen schauen Jungvögel ihren Eltern oder Artgenossen ab. Vor allem aber sind einige Rabenvögel ziemlich bemerkenswerte Stimmimitatoren. Raben beispielsweise sind ebenso wie Papageien gut darin, Umgebungsgeräusche täuschend ähnlich zu imitieren. In Gefangenschaft beweisen sie diese Fähigkeit damit, dass sie ihnen vorgesprochene Sätze als verständliche Lautfolgen wiedergeben.
Es mag diese Beobachtung zusammen mit der rauen Stimme der Raben gewesen sein, die den Systematiker Carl von Linné zu seiner wissenschaftlichen Namensgebung für den Kolkraben veranlasst hat. Corax von Syrakus war Redner im alten Griechenland und gilt als Begründer der Rhetorik als Kunstform. Corvus ist zugleich das lateinische Wort für Krächzer und die Bezeichnung für den Raben als Weissagevogel. Kam dessen Gekrächze von rechts, galt das den Römern als ermutigendes Vorzeichen. Krächzer von links dagegen bedeuteten ihnen nichts Gutes.
Raben sind tagaktive Vögel, die, einmal verpaart, lebenslang dabei bleiben und zumeist auch im Winter ihre Reviere nicht verlassen. Als Paare sind sie allein anzutreffen. Nur unverpaarte Jungvögel bilden manchmal eine Zeit lang Gruppen.
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