Percussions auf der Nestkante
Der Weißstorch (Ciconia ciconia)
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Im August brechen die großen Stelzvögel nach und nach zur langen Reise in Richtung Süd- und Ostafrika auf. Zuerst fliegen die Jungvögel los, denen die Zugrouten schon mit ins Ei gelegt sind. Die Alten folgen erst Tage später.
Bis der Nachwuchs aber soweit ist, müssen die Storcheneltern eine ziemlich umfängliche Menge an Futter heranschaffen. Mäuse, Hamster, Maulwürfe, Heuschrecken, Würmer, kleine Fische und Frösche stehen auf dem Speisezettel. Das setzt allerdings einen Landschaftszustand in der Umgebung des Nestes voraus, der ausreichend vielen von diesen möglichen Beutetieren stabile Lebensräume bietet. Und genau hier liegt der entscheidende Grund für den dramatischen Rückgang, den die Storchenbestände in Süd- und Westeuropa erfahren haben. Die Art der landwirtschaftlichen Flächennutzung hat hier bis auf kleine, regional begrenzte Ausnahmen die Weißstorchbestände nahe an den Rand der Auslöschung gebracht. In Osteuropa gilt das zwar streckenweise in ähnlicher Form. Jedoch sind die Storchenbestände überall dort langfristig stabil geblieben, wo noch kleinteilige bäuerliche Landwirtschaft stattfindet und zusammenhängende Auwälder und Feuchtgebiete mit Wiesen und Teichen in größerem Umfang vorhanden sind.
Das beweist auch, dass die Gefährdung zum Beispiel durch Überlandleitungen auf dem Zug nicht bestimmend, sondern nur ein Gefährdungsfaktor unter anderen ist.
„Adebar“, Glücksbringer heißt der Storch im Volksmund. Ob er Menschen Glück bringt, ist nicht gewiss. Menschen sind jedenfalls nur ausnahmsweise ein Glück für Störche. Mindestens solange, wie sich in der Landnutzung in Mitteleuropa nicht ein gründliches Umdenken Bahn zu brechen vermag.
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