Sein Ruf begrüßt die kommende Nacht
Der Waldkauz (Strix aluco)
Seite 3
Beute wird mit den großen, bestens an schummrige Beleuchtung angepassten Augen von Beobachtungsposten ausgespäht oder auch im Suchflug. Dabei zeigt sich die bemerkenswerte Drehbarkeit des Kopfes, die der Vogel für den Rundblick braucht, weil er nicht mit den Augen rollen kann. Der Waldkauz kann Vögel fliegend erbeuten und fischt erfolgreich. Seine Leibspeise sind vor allem kleine Säuger, allen voran Mäuse aber auch Ratten, Hamster oder Eichhörnchen. Seine ausgesprochene Vielseitigkeit bei der Jagd sichert ihm gute Überlebenschancen. Wählerische Esser haben es beim ausgedünnten Angebot der Agrarlandschaften weit schwerer.
Mit seinem Brutplatz ist der Waldkauz leidlich anpassungsfähig. Baumhöhlen dürfen schon mal in alten Parkanlagen oder großen Gärten sein. Zur Not tut es mitten in der Stadt eine Mauernische in Ruinen oder gar ein verlassenes Krähennest.
Waldkäuze sind ausgesprochen treue Ehepartner und bleiben auch im Herbst und Winter in ihrem Brutrevier. Die Heimat der Waldkäuze erstreckt sich von Südspanien über ganz Mitteleuropa bis Westsibirien und Iran. Getrennt davon sind Vorkommen von Südrussland bis China und Korea.
Dank ihrer Anpassungsfähigkeit haben sich stabile Bestände erhalten, die Schutzmaßnahmen nicht akut erfordern. Allerdings profitieren Waldkäuze von einfachen Rücksichten, wie zum Beispiel der Erhaltung von Altholz und darin stehenden Höhlenbäumen.
© Copyright 2010 by Gundula Oertel. Alle Rechte vorbehalten.



Vergrößern
