Virtuos vertonte Frühlingsgefühle

Die Nachtigall (Luscinia megarhynchos)

Englisch: Common nightingale
Französisch: Rossignol philomèle

Die Nachtigall kennt jeder, weil sie so wunderschön singt. Ihr schallender, melodiöser Gesang spricht die Sinne auf eine Weise an, der man sich schwer entziehen kann. Sicher war es der Zauber dieser Musik, der der Nachtigall als Sinnbild für die Liebe ihren Platz in der Kunst verschafft hat. Man denke nur an Shakespeares Romeo und Julia: "Es war die Nachtigall und nicht die Lerche..."!

Sein Äußeres hätte dem unscheinbaren kleinen Vogel diese besondere Aufmerksamkeit kaum eingetragen. Wenig größer als ein Spatz, mit hellem Bauch, graubraunem Rücken und rötlichen Schwanzfedern, gleichen die Nachtigall-Männchen den Weibchen fast auf die Feder. Als Sänger aber sind sie alles andere als unauffällig. Schon mit der außerordentlichen Lautstärke ihres Gesangs und mit ihrer virtuosen Stimmakrobatik schlagen sie jeden Zuhörer in Bann. Vor allem aber sichert ihnen die beachtliche Zahl von weit über 200 verschiedenen Strophen in ihren variantenreichen Repertoires in jedem Sängerwettstreit einen der ersten Ränge.

Besonders lautstark wirft sich das Männchen in die Brust, wenn es gilt, sein Revier abzustecken und zu verteidigen. Dabei fängt es zunächst leise an zu rufen. Darauf singt es sich mit elegantem Auf und Ab beachtlich komplexer Coloraturen warm. Richtig in Fahrt, schmettert es potentiellen Konkurrenten ein Stakkato schnell wiederholter Silben entgegen. An den Schluss einer solchen Abfolge setzt es nicht selten noch eine Art gesungenes Ausrufezeichen.

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Aufnahme: K. Conrads
Ort: Bielefeld
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