Wohlklingender Faulpelz
Der Kuckuck (SMS-Version) (Cuculus canorus)
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Immerhin muß sich aber auch das Kuckucksküken ohne eigene Eltern durchmogeln. Dazu schafft es sich zuerst die Wirtsvogelküken als Nahrungskonkurrenten vom Hals - kurzerhand über den Nestrand. Und dann sperrt es schier unentwegt seinen großen, leuchtend roten Rachen auf. Damit setzt es einen so starken Reiz, dass gelegentlich neben den Wirten sogar zusätzlich noch andere Altvögel darauf reagieren und bei der Fütterung des gierigen Schmarotzers mithelfen.
Um ganz sicher zu gehen, wird das Ganze noch von durchdringenden Bettelrufen unterstrichen, die in Ruffrequenz und Lautstärke ohne weiteres einer ganzen Brut von Wirtsvogelküken vergleichbar sind. Nicht nur diese Lautäußerungen sind übrigens beim Kuckuck ein angeborenes Verhalten. Auch die Reviergesänge und die Balzrufe sind dieser Vogelart schon mit ins stiefelterliche Nest gelegt. Gesangsunterricht bei einer Lerche oder einem Rotkehlchen wäre den jungen Kuckucksvögeln für die spätere Kommunikation mit den Artgenossen auch wenig nützlich.
Kuckucke sind Zugvögel und suchen im Winter Quartiere südlich des Äquators auf.
Die Bestände des Cuculus canorus sind ganz offensichtlich mit von der Bestandsentwicklung der bevorzugten Wirtsvogelarten abhängig. Bis in die 60er Jahre waren vor allem erhebliche Bestandsschwankungen von Jahr zu Jahr zu beobachten. Seitdem jedoch werden generelle Bestandsabnahmen und teils erhebliche Arealverluste beobachtet. Der Grund dafür ist hauptsächlich unsere flurbereinigte, konventionell bewirtschaftete Agrarlandschaft, die vielen Singvogelarten den geeigneten Naturraum für ihre Brutreviere beschneidet und wichtige Nahrungsinsekten vernichtet oder vergiftet.
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